Glück, Sex, und was der US-Präsident damit zu tun hat - der Coolidge-Effekt

Erfüllter Sex macht glücklich. Wäre dem nicht so, so wäre die Menschheit wahrscheinlich schon ausgestorben. Aber die Natur ist schlau: noch vor dem großen O verfallen wir ein einen hormonell bedingten Rauschzustand und wollen mehr, mehr, mehr. Zumindest am Anfang einer Beziehung, denn mit der Zeit heißt es immer öfter „Jetzt nicht Liebling“.

 Bildquelle: pixabay.com, anjajost1

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Angenehme Erlebnisse oder Gedanken stimulieren unser Lustzentrum im Gehirn, woraufhin Dopamin, das sogenannte Glückshormon, ausgeschüttet wird. Dies geschieht unter anderem beim Geschlechtsverkehr, aber auch schon bei der Aussicht darauf.

Zu Beginn einer Beziehung steigt unser Dopaminspiegel an, sinkt danach jedoch allmählich wieder ab. Auch die besten langjährigen Partnerschaften sind oft in Sachen Leidenschaft und Erotik so prickelnd wie abgestandener Prosecco. 

Untersuchungen zeigen, dass das sexuelle Interesse am Partner bzw. der Partnerin mit fortschreitender Beziehungsdauer absinkt, und das durch den ebenfalls sinkenden Dopaminspiegel zumindest teilweise erklärt werden kann. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht mehr an Sex interessiert ist – mag hat nur weniger Lust auf Sex innerhalb der Beziehung. Kaum betritt eine dritte Person die Bühne, schlagen die Schmetterlinge im Bauch Purzelbäume, und der Dopaminspiegel steigt wieder an. Dafür genügt auch schon die Vorstellung von sexuellen Kontakten mit jemand Neuem, weshalb Dopamin auch als Antizipationsstoff bezeichnet wird. Der Coolidge Effekt hat wieder zugeschlagen. 

Der 30. US- Präsident war Calcin Coolidg, und er besichtigte in den 1920er- Jahren mit seiner Angetrauten eine Hühnerfarm. Als seine Frau hörte, dass der Hahn täglich die Hühner begatte, meinte sie "Sagen Sie das meinem Mann". Coolidge überlegte daraufhin kurz, bevor er nachfragte, ob es denn jedes Mal dieselbe Henne sei. Der Farmer verneinte und der Präsident sagte nur trocken "Sagen Sie das meiner Frau". 

Der Coolidge-Effekt könnte nun als billige Ausrede für Seitensprünge herangezogen werden. Schlaue Paare verwenden ihn sich jedoch gemeinsam zum Vorteil, indem sie beispielsweise durch Rollenspiele der eingeschlafenen Beziehungen den Reiz des Unbekannten zurückgeben. Den Anderen mit den Augen eines Fremden zu sehen macht neugierig auf neue Seiten am alten Partner.