Weihnachten mit der Familie

Weihnachten gilt als das Fest der Liebe. Doch warum führt das oft zu Konflikten in der Familie, wo alle doch von einem friedlichen und harmonischen Fest träumen. Wie kann man für eine besinnliche Feier sorgen? Hier ein paar Inputs aus dem Coaching.

 Bildquelle: pixabay.com, kaboompics

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Es fängt schon einmal bei der Frage an, mit wem wir Weihnachten feiern. In erster Linie ist es immer noch die Familie, doch wer gehört dazu? Sie werden sich jetzt vielleicht über diese Frage wundern, wo das doch eindeutig ist. Machen Sie trotzdem einmal folgende Übung: setzen Sie sich mit Ihrer Familie gemütlich zusammen, nehmen Sie sich Stift und Papier, und malen oder schreiben Sie alle auf, die zu Ihrer Familie gehören. Und dann vergleichen Sie. Für einige Menschen gehören zur Familie nur Mutter, Vater, Kind. Für andere auch Großeltern, Onkeln und Tanten. Wieder andere zählen Haustiere, Nachbarn und Freunde dazu.

Wir haben alle unsere Vorstellungen von Familie im Kopf, und wenn ein Paar sich nun an die Planung der Weihnachtsfeier macht, ergibt sich daraus Konfliktpotenzial, wenn die Begriffsdefinitionen weit auseinander geht. Und wie so oft bei Konflikten liegt einfach ein Kommunikationsproblem vor. Darum tauschen Sie sich doch einmal über den Begriff Familie aus, und wer zu Weihnachten für Sie unbedingt dazu gehört, und laden Sie nur diese Personen ein. Lösen Sie sich dabei von gesellschaftlichen Vorgaben. Wenn Sie die nervige Großtante nur einladen „weil es sich gehört“, werden Sie diesen Druck auch beim Fest wahrnehmen und angespannt sein. Und wer weiß, vielleicht kommt in Wahrheit die Tante ja auch nur „weil es sich gehört eine Einladung anzunehmen“.

Wenn Sie sich auf die Gästeliste geeinigt haben (oder darauf, wen Sie wann besuchen), dann können Sie an die Planung des Abends gehen. Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen, die gefälligst gewürdigt werden sollen. Bei den einen wird üblicherweise am Heiligen Abend gefastet, bei den anderen Fisch gegessen, bei den nächsten Gans, und die Vegetarier finden sich überhaupt nirgends wieder. Wie wäre es mal mit etwas ganz Neuem? Was essen Sie denn unter dem Jahr am liebsten? Was spricht dagegen, das auch am 24. Dezember zu kochen (außer wieder dem „das gehört sich so“)? Schließlich geht es um Freude am Beisammensein und Genießen.

Sie können die Gesprächsthemen zu Weihnachten lenken, indem Sie ganz bewusst ein „Spiel“ vorschlagen. Das Spiel besteht darin, dass jemand eine Frage zu Weihnachten stellt, die dann jeder einzelne beantwortet, und zwar in Ruhe und so lange er möchte. Dann stellt der nächste eine Frage und so weiter. Fragen können sein „Was bedeutet dir ein Adventskalender?“, „Was war dein schönstes Weihnachtsgeschenk“, aber auch Sätze, die ergänzt werden sollen wie beispielsweise „Dieses Weihnachten sind mir in besonderer Erinnerung…“, „Der Duft gehört für mich zu Weihnachten…“ oder „Weihnachten im Süden wär für mich…“. Wenn Sie nicht so kreativ sind, können Sie solche Fragesets auch kaufen, es gibt spezielle Ausgaben für Weihnachten.  Das Ziel bei dem Spiel ist, die Menschen zum Erzählen und miteinander ins Gespräch zu kommen anzuregen. Die verbindende Wirkung beim Teilen von Erinnerungen und Austausch von Meinungen sorgt für eine ganz besondere Stimmung.

Ein gelungenes Weihnachtsfest beginnt also schon vorher, bei der Kommunikation über unsere Erwartungen, und hier sollte man nicht zu starr sein. Ein Abweichen von den Plänen kann trotzdem schön sein. Denn bei Weihnachten geht es um Liebe und Freude, und beides lässt sich nicht erzwingen, sondern passiert einfach.